Was ist Bio?

Bio & Öko – Was ist das eigentlich? Die Begriffe können anfangs so manchen Kunden verwirren, aber gemeint ist immer das Gleiche: egal ob von Bio-Landwirtschaft, Ökolandbau oder ökologischem Anbau die Rede ist. Es geht um eine klar definierte und kontrollierte Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft. Diese Form der Landwirtschaft unterscheidet sich von der „normalen“ (konventionellen) Landwirtschaft in vielen Punkten ganz wesentlich:

Grundlagen des Ökolandbaus

Ein grundlegendes Prinzip im Ökolandbau ist ein möglichst geschlossener natürlicher Betriebskreislauf. Um diesen weitestgehend zu erreichen, wird Pflanzenbau und Tierhaltung auf dem Hof miteinander kombiniert. Die Anzahl der auf einem Biohof gehaltenen Tiere orientiert sich an der Größe der bewirtschafteten Fläche. Denn ein Teil der angebauten Pflanzen dient als Futter für die Tiere und die Ausscheidungen der Tiere dienen als wertvoller Dünger für die Flächen. Wenn Bio-Betriebe keine eigene Tierhaltung haben, wird dies häufig durch Kooperationen mit anderen Höfen ausgeglichen – z.B. durch den Tausch von Futter gegen Mist.

Ziel ist ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf.


Bio ist mehr als keine Spritzmittel

Unkrautregulierung mit einem Striegel auf dem Getreide-Acker.

Ökologischer Anbau heißt nicht, dass wie vor 100 Jahren gearbeitet wird oder die Natur völlig sich selbst  überlassen wird. Der heutige Ökolandbau basiert, neben jahrzehntelanger Praxiserfahrung, auf wissenschaftlicher Forschung und moderner Landtechnik. Selbstverständlich greift auch in der ökologischen Landwirtschaft der Bauer regulierend in die Natur ein – allerdings mit möglichst umweltschonenden Methoden. So wird natürlich auch Unkraut (bzw. „Beikraut“) reguliert, die Böden werden gezielt gedüngt und die Tiere möglichst genau entsprechend ihrem Bedarf gefüttert. Anstatt allerdings mit gesundheitsgefährdenden Herbiziden gegen Unkraut vorzugehen, werden rein mechanische Verfahren wie z.B. Hacke oder Striegel eingesetzt. Und statt schnell verfügbarem chemisch-synthetischen Kunstdünger aus der Fabrik, wird der Boden mit natürlichem Mist, Gülle oder Kompost langfristig gedüngt. Im Ökolandbau wird auch der Grundsatz praktiziert, dass der Boden und das vielfältige Bodenleben gedüngt wird – welche dann erst in einem zweiten Schritt die Pflanzen ernähren.


Weitere Methoden des Ökolandbaus

Der Ökolandwirt baut auf seinen Flächen im Wechsel verschiedene Kulturen an, die wohlüberlegt aufeinander abgestimmt sind und sich möglichst gut ergänzen. So wird z.B. nicht einfach häufig nacheinander Mais angebaut, sondern z.B. , Mais, Weizen, Kartoffeln, Hafer, Ackerbohnen und Kleegras auf einem Acker im jährlichen Wechsel angebaut. Dies nennt man Fruchtfolge – damit wird die Bodenfruchtbarkeit verbessert, die Nährstoffe können optimal genutzt werden und Krankheiten sowie Schädlinge haben weniger Chancen sich zu verbreiten. Die Leguminosen in der Fruchtfolge – z.B. Ackerbohnen oder Klee – dienen einem besonders wichtigen Zweck: Sie binden auf ganz natürliche Weise Stickstoff aus der Luft, welcher eine wichtige Rolle als Dünger für die nachfolgenden Kulturen spielt. Im Gegensatz dazu wird dieser Hauptnährstoff für konventionelle Landwirte chemisch hergestellt und muss zugekauft werden.

 

Leguminosen bringen Stickstoff aus der Luft in den Boden.


Im Ackerbau spielt die Humuswirtschaft eine zentrale Rolle. Vereinfacht gesagt bildet organisches Material, wie z.B. Stallmist, Pflanzenkompost und auch feine Wurzelreste, die Grundlage zur Bildung von Humus im Boden. Auch die Gründüngung, also der gezielte Verbleib von angebauten Pflanzen auf der Fläche zur Düngung, trägt zu einer Anreicherung bei. Humus erhält die Bodengesundheit und dient der langfristigen Ernährung der Pflanzen – sozusagen „das Gold des Ökolandwirts“.

Natürlich werden auch ökologisch angebaute Pflanzen durch Schädlinge und Krankheiten bedroht. Aber beim biologischen Pflanzenschutz erfolgt die Eindämmung vor allem durch Vorbeugende Maßnahmen und Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte. Dabei hilft auch das Wissen über günstige Pflanzen-Nachbarschaften, richtige Saatzeitpunkte, vorteilhafte Fruchtfolgen sowie Standort- und Sortenwahl. Teilweise werden auch gezielt Nützlinge oder biologische Schädlingsmittel ausgebracht.

Tierhaltung auf dem Biohof

Hühner können in der Einstreu scharren und auf Stangen sitzen.

Die Haltung der Tiere auf einem ökologischen Betrieb muss artgerecht sein, d.h. den natürlichen Bedürfnissen entsprechen. Dazu gehören zum Beispiel die Haltung der Tiere in Gruppen mit Kontakt zu Artgenossen, aber auch nicht zu große Tiergruppen, ausreichend Platz im Stall und Auslaufmöglichkeiten, weiche Liegeflächen, frische Luft und Tageslicht. Den Tieren soll dadurch ermöglicht werden ihr natürliches Verhalten auszuleben – z.B. das Sandbaden und Scharren bei Hühnern oder das Wühlverhalten und Suhlen bei Schweinen. Nur dann geht es den Tieren wirklich gut. Wer einmal den Weideauftrieb von Kühen im Frühjahr gesehen hat, versteht wie Kühe sich über Bewegungsfreiheit und frisches Gras freuen können. Die Futtermittel für die Tiere erzeugen die Höfe übrigens in der Regel auf den eigenen Flächen oder kaufen das Futter von anderen Biohöfen zu. Nur in Ausnahmefällen darf konventionelles Futter zugekauft werden.


Warum sind Bio-Lebensmittel teurer?

Die beschriebene Wirtschaftsweise von Biohöfen ist natürlich deutlich aufwändiger und kostenintensiver, verglichen mit der konventionellen Landwirtschaft. Dies ist einer der Hauptgründe für den höheren Preis von Biolebensmitteln.

Gentechnik? Nein, danke!

Es sei auch erwähnt, dass Biobetriebe natürlich den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft – also die Manipulation von Genen in Tieren und Pflanzen – komplett ablehnen. Dies betrifft unter anderem den Zukauf von Futtermitteln wie gentechnisch verändertem Soja oder aber auch die bewusste Ablehnung von Pflanzenzüchtung mit gentechnischen Labormethoden. Zahlreiche unabhängige Studien haben aufgezeigt, dass durch Gentechnik in der Landwirtschaft große Risiken und kaum absehbare Folgen für Mensch und Umwelt entstehen können. Daher lehnen Ökolandwirte den Einsatz ab.

Ökohöfe werden regelmäßig kontrolliert

Schon seit vielen Jahren ist es Gesetz: Als "Öko" oder "Bio" dürfen nur Lebensmittel bezeichnet werden, die den EU-Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau entsprechen. Dies gilt sowohl für pflanzliche wie auch tierische Lebensmittel. Die Einhaltung der Vorschriften auf den Höfen wird regelmäßig von unabhängigen Kontrollstellen vor Ort überprüft.

 

Über die grundlegende Zertifizierung als sogenannter „EU-Bio-Betrieb“ hinaus, sind viele Betriebe in Deutschland in Anbauverbänden zusammengeschlossen. Die Richtlinien der Ökoverbände gehen in vielen Punkten sogar noch über die EU-Vorschriften hinaus, also z.B. noch mehr Platz für die Tiere. Die großen Anbauverbände wie Bioland, Naturland oder Demeter haben eine lange Tradition und legten überhaupt erst die Grundlage für den Ökolandbau in Deutschland, Europa und weltweit.

EU-Bio-Logo und Logo des Naturland-Verbandes.


Haben Sie noch Fragen?

Der Ökolandbau ist vielfältig: Jeder Betrieb, jede Kulturpflanze auf dem Acker und jede Tierart ist anders. Somit kann es keine allgemeingültige Beschreibung des gesamten Ökolandbaus geben. Sprechen Sie uns deshalb einfach an:

 

Wir erzählen Ihnen gerne ganz genau, wie wir unsere Tiere halten und welche Pflanzen wir in diesem Jahr anbauen. Wir freuen uns über Ihr Interesse!